MARANATHA - KOMM HERR JESUS
  Jesus ist Gott
 



Jesus ist Gott –
                        |16.06.11 | 

Die Natur Jesu Christi

 

Zuerst wenden wir uns der Gottheit Christi zu. Es ist notwendig, Jesus als den Sohn Gottes darzustellen. In der Einleitung zu seinem Evangelium zeigt Johannes diese Priorität auf: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Johannes 1,1). Die Gottheit Christi muß zuerst dargelegt und akzeptiert werden, wenn die Ereignisse seines menschlichen Lebens im richtigen Zusammenhang erscheinen sollen.

 

Der entscheidende Punkt der Lehre ist die Gottheit Christi. In ihm einen Menschen zu sehen, war schon immer viel leichter. Aber ohne seine Gottheit gibt es keine Brücke des Heils über den Abgrund, der uns von Gott trennt. Während der letzten drei Jahrhunderte hat liberales theologisches und weltliches Denken die Gottheit Christi immer wieder in Frage gestellt oder geleugnet. Unglaube und Rationalismus hält diesen Aspekt Christi für unmöglich, sagenhaft oder für einen Irrtum. Doch für jeden, der die Bibel als das zuverlässige, verbindliche Wort Gottes anerkennt, ist die Gottheit Jesu Christi klar ersichtlich. Auf verschiedene Weisen offenbart die Schrift, das Jesus Gott ist.

Erstens werden ihm in der Bibel göttliche Namen gegeben. Er wird sowohl „Gott“ als auch „Sohn Gottes“ genannt. Das zeigt deutlich, dass Jesus mit Gott gleichgesetzt wird. Die Bibel spricht von seinem Gottsein. Dabei geht es nicht um ein Sein wie Gott oder um eine entfernte Ähnlichkeit, sondern um das wesenhafte Einssein mit Gott.

 

Folgende Bibelstellen dazu: Matthäus 3,17 | Matthäus 8,29 | Lukas 1,35 | Titus 2,13 | 1.Johannes 5,20 | Hebräer 1,8

Zweitens beanspruchte Jesus selbst, Gott zu sein. Wiederholt sprach er von seiner besonderen Beziehung zum Vater und ließ den Titel „Sohn Gottes“ für sich gelten, wenn man ihn so nannte. Er hat es niemals zurückgewiesen, wenn die Menschen in ihm Gott sahen, und es niemandem untersagt, ihn als Gott oder Gottes Sohn zu bezeichnen. Er hat vielmehr solche Bezeichnungen für sich angenommen. Nach seiner Identität als Sohn Gottes befragt, hat er stets zustimmend oder bestätigend geantwortet. Außerdem hat er sich selbst als der dargestellt, der mit dem Vater zusammenwirkt, der Eigenschaften hat und Dinge tut, die nur Gott zukommen.

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: Matthäus 11,27 | Matthäus 18,19.20 | Matthäus 27,40.43 | Markus 14,61.62 | Johannes 5,17.18 | Johannes 10,36 | Johannes 14,9-11 | Johannes 20,21 

Einen dritten Beweis für die Gottheit Jesu stellen die Zeugnisse jener dar, die in ihm mehr als nur einen hervorragenden Lehrer erkannten; eines der eindruckvollsten ist das Bekenntnis des Petrus in Matthäus 16. Als Jesus fragte, wer er nach Meinung der Leute sei, nannten die Jünger Johannes den Täufer, Elia und Jeremia. Als er aber die Jünger selbst fragte, antwortete Petrus voller Überzeugung: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Vers 16). Obwohl Petrus sonst dazu neigte, schnell und unüberlegt zu antworten, bestätigte Jesus diesmal ausdrücklich, dass sich der Vater durch ihn offenbart habe.

Thomas, ein anderer Jünger, gibt ein weiteres bemerkenswertes Zeugnis von der Gottheit Jesu. Wegen den aufreibenden Ereignisse der Gefangennahme, der Kreuzigung und des Begräbnisses Jesu hatten die Jünger Angst und fragten sich, wie es wohl weitergehe. Selbst als einige berichteten, Jesus sei auferstanden und erschienen, bekräftigte Thomas, er werde so lange nicht glauben, bis er Jesus gesehen und angerührt hätte. Als aber Jesus in seinem Beisein erschien, da erkannte Thomas ihn und sprach zu Jesus: „Mein Herr und mein Gott“ (Johannes 20,28).

Der Apostel Paulus bezeugt in seinen Briefen öfters die Gottheit Christi. Es ist fraglich, ob er Jesus während seines irdischen Lebens gesehen hat, bevor er ihm auf dem Weg nach Damaskus als der Verherrlichte erschien. Paulus war als Jude erzogen, und der Monotheismus war ihm gründlich vermittelt worden. Dennoch anerkannte er nach seiner Bekehrung die Gottheit Christi.

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: 1.Korinther 1,2 | 2.Korinther 13,13 | Kolosser 1,16.17 | Kolosser 2,9 | Titus 2,13 

Ein viertes biblisches Zeugnis besteht im Verhalten Jesu. Er nahm anbetende Verehrung entgegen. Wenn er nicht wirklich Gott gewesen wäre, so hätte er damit gegen das Gesetz verstoßen. Es wäre reiner Götzendienst gewesen. Nachdem er auf dem See gewandelt war und auch Petrus dazu befähigt hatte, verehrten die Jünger Jesus als Gott (Matthäus 14,33). Nach seiner Auferstehung erschien Jesus den Jüngern, worauf diese zu seinen Füßen anbeteten (Matthäus 28,9). 

Außerdem vergab Jesus Sünden. Weder ein Mensch noch ein Engel hatte dazu die Macht. Dieses Recht stand allein Gott zu. Freimütig, ohne sich zu erklären oder zu rechtfertigen, vergab Jesus dem Gelähmten, den man durch das Dach herabgelassen hatte, seine Sünden (Markus 2,1-12), wie auch jener Frau, die seine Füße gewaschen und mit ihren Haaren abgetrocknet hatte (Lukas 7,36-50). Da die Pharisäer seine Gottheit ablehnten, beschuldigten sie ihn der Gotteslästerung. Andere hingegen wunderten sich und begannen zu fragen, wer er wohl wirklich war. 

Auch die Wunder Jesu führen seine Gottheit vor Augen. Die Göttliche Eigenschaft der Allmacht zeigt sich in einer Vielzahl von Wundern. Jesus weckte Tote auf. Er beherrschte die Naturgewalten. Krankheiten und Behinderungen aller Art mussten vor seiner Heilungskraft weichen. Nichts konnte sich seiner Macht in den Weg stellen. Das Ausmaß der Macht Jesu drückt sich in jenem Wort aus, das den Missionsbefehl einleitet: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mathäus 28,18). Jesus tat alle diese Wunder in seiner eigenen Macht.

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: Matthäus 12,15 | Matthäus 14,35.36 | Markus 3,10 | Markus 7,31-37 | Lukas 4,38-41 | Lukas 6,17-19 | Johannes 2,1-11 | Johannes 11 

Schließlich ist auch die Art und Weise, wie er in die Welt kam, ein Beweis seiner Gottheit. Christus wurde nicht durch die Vereinigung eines Mannes und einer Frau Mensch, sondern durch eine wunderbare Empfängnis im Leib der Maria. Der Heilige Geist kam über sie, und sie wurde schwanger ohne das Zutun eines Mannes (Lukas 1,35). Auch darin offenbart sich die Gottheit Christi. 

Bevor wir das Thema seines Menschsein betrachten, möchte ich noch betonen, dass Christus schon vor seiner irdischen Geburt, in der er Mensch wurde, existierte. Ich spreche hier von der Präexistenz Christi. Es hat nie eine „Zeit“ gegeben, zu der er noch nicht existiert hätte. Er war schon vor seiner Geburt in Bethlehem an der Schöpfung und an allem in der Welt beteiligt. In jenem besonderen „Engel des Herrn“ im Alten Testament kann man den präexistenten Sohn Gottes sehen.

 

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: 1.Mose 1,26 | 2.Mose 3,2-4 | Richter 6,11-23 | 1Könige 19,5-7 | 2.Könige 19,35 | Johannes 1,3 | 1.Korinther 8,6

 

Dem Menschsein Jesu Christi muss ebenfalls gebührende Beachtung geschenkt werden. Wenn dies nicht geschieht, kann man nicht oder nur unzureichend verstehen, was Christi Erdenleben für uns bedeutet. Jeder Aspekt seines Wesens trägt notwendigerweise zu unserer Erlösung bei. Das Studium der Menschheit Christi konzentriert sich auf die Tatsache seiner irdischen Existenz. Es gibt einen historischen Jesus, auf den sich nicht nur die biblischen Schriften, sondern auch die weltlichen Geschichtsschreiber beziehen. Er ist keine Sagengestalt, die jemand erfunden hat, um der Welt einen religiösen Streich zu spielen. Jesus lebte als Mensch auf dieser Erde, und man kannte ihn. Er lebte in dem kulturellen Umfeld, in das er hineingeboren wurde. Er war denselben Schwachheiten und Versuchungen unterworfen, denen alle Menschen ausgesetzt sind. 

 

Die Bibel offenbart die Menschheit Jesu auf verschiedene Weisen. Sie berichtet erstens von seiner menschlichen Abstammung. Obwohl er durch den Heiligen Geist empfangen worden war, entwickelte er sich im Leib seiner Mutter ebenso wie jedes andere Menschenkind. Maria wird in den Evangelien immer wieder als die leibliche Mutter Jesu bezeichnet, die ihn empfangen, ausgetragen, geboren und versorgt hat. Menschlich entstammte Jesus dem Geschlecht Abrahams und Davids. 

Mit Inkarnation meine ich, dass Gott menschliche Form annahm und so ein Mensch wurde. Inkarnation heißt wörtlich „Fleischwerdung“ (vgl. Johannes 1,14). Jedoch war der Leib Christi nicht aus Staub gemacht, wie der Erste Adam, sondern Er war der Zweite Adam, der aus dem Himmel kam (1 Korinther 15,47). Sein Leib ist also himmlischer Natur gewesen und nicht irdischer, das heißt, nicht aus dem Staub. Jesus sagte (Johannes 6,50-51): "Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf dass, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommend. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich gebenwerde, ist Mein Fleisch, welches Ich geben werde für das Leben der Welt." Christus war also 100% Gott, der eine Menschliche Hülle auf sich nahm, damit Er unter uns geboren werden, leben und wirken konnte. Sein Leib war jedoch von Himmlischer Natur, denn der Heilige Geist zeugte Ihn im Leib einer Jungfrau. Das Gesetz bestätigt, dass ein irdischer Mensch niemals auch nur einen Menschen erlösen kann (Psalm 49,8): "Kann doch ein Bruder niemand erlösen noch Gott jemand versöhnen; denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen". Es musste also zwingend sein, das Jesu Leib nicht von irdischer Natur war, sonst hätte Er uns nicht erlösen können. Deshalb ist Er, als der Neue Mensch, der Zweite Adam, aus dem Himmel gekommen. Sein Leib hatte eine Himmlische DNA. Wir finden auch nirgends in der Heiligen Schrift, dass Jesus auch nur einmal Kopfschmerzen hatte oder krank war. Sein Körper hatte nie ein Krankheit. Erst als Er am Kreuz hing, spürte Er schließlich alle Krankheiten an seinem Körper, denn Er nahm alle unsere Krankheiten auf Sich. Im Alltag lernte Er sicher auch unsere menschliche Arbeiten und Anstrengungen kennen. Als Kind wuchs Er auf und spielte mit den Kindern. So lebte Er unter den Menschen und lernte die menschlichen Umstände kennen.  

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: Matthäus 1,18-25 | Matthäus 2,11 | Matthäus 13,55 | Lukas 2,5-7 | Johannes 2,1-3 | Apostelgeschichte 1,14 | Römer 1,3 | Galater 4,4 

Zweitens beweist das Wachstum Jesu seine Menschheit. Lukas gibt uns einen kurzen Einblick in seine Kindheit, der zeigt, dass sich sein Werdegang nicht von dem eines anderen jüdischen Jungen unterschied (Lukas 2,41-52). Es wird von ihm gesagt, dass er sowohl leiblich als auch an Verstand zunahm.

Der Gehorsam Jesu gegenüber seinen Eltern zeigt nicht nur seinen Respekt vor ihnen, sondern auch, dass er normale Tätigkeiten ausübte, wie etwa das Erlernen des Handwerks seines irdischen „Vaters“ Joseph. Nicht zu übersehen ist auch die geistliche Unterweisung in seinem Elternhaus und in der Synagoge. 

Ein dritter biblischer Beweis für die Menschheit Christi ist seine Gestalt und sein Aussehen. Seine leibliche Erscheinung unterschied sich nicht grundsätzlich von der anderer Menschen. Er passte in seine jüdische Umgebung und sprach auch Aramäisch. Er hatte charakteristische Gesichtszüge und eine typische Stimme, so dass man ihn eindeutig identifizieren konnte.

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: Matthäus 28,9 | Lukas 24,33-39 | Johannes 4,9 

Viertens beweisen die leiblichen Bedürfnisse und Gefühlsäußerungen Christi sein Menschsein. Er wurde müde von der Arbeit – kannte körperliche Schmerzen – hatte Hunger und Durst – wurde Versuchungen ausgesetzt – kannte Freude und Leid. Und auch die Namen Christi bezeugen sein Menschsein.

 

Lesen sie dazu folgende Bibelstellen: Matthäus 4,2 | Matthäus 14,13 | Matthäus 26,36-40 | Markus 4,38 | Markus 15,41 | Lukas 8,23.24 | Johannes 4,7 | Johannes 11,35Johannes 19,28 | Hebräer 4,15 | Daniel 7,13 | Matthäus 1,21 | Matthäus 26,63.64 | Lukas 19,10 | Johannes 1,49-51


Nachdem wir die beiden Naturen Christi biblisch begründet haben, müssen wir ihr Verhältnis zueinander ansehen.

Jesus ist ganz Gott und nahm, durch die Menschwerdung, einen Menschlichen Leib an, der nicht durch einen Menschen gezeugt wurde, sondern durch den Heiligen Geist. Deshalb unterscheidet sich Sein Leib, denn es hat Himmlische DNA.  

 Nach Philipper 2,5-8 wissen wir dass Christus sich seines göttlichen Wesens „entäußerte“. Das ist eines der größten Paradoxe in der Schrift. Christus „entäußerte“ sich selbst, um diesen Menschlichen Leib anzunehmen. Er war und blieb ganz Gott, aber unter denselben Bedingungen, unter denen wir leben und kämpfen müssen. So musste er beispielsweise der Versuchung und den Anläufen des Teufels ebenso in der Kraft des Heiligen Geistes mit Gebet, Fasten und dem Wort Gottes entgegentreten wie wir Christen. Er selbst wählte es, nicht von seiner selbstverständlichen Souveränität als Gott Gebrauch machen. Darum kann er sich wirklich mit uns identifizieren, weil er nicht nur versucht wurde, sondern auch überwunden hat – unter denselben Bedingungen wie wir Christen. Darum kann er uns auch auffordern, seinem Beispiel nachzufolgen. 

Gleichzeitig war auch seine Gottheit nicht verborgen, sondern sichtbar in den vielen Wundern. Auch sein Wissen um Geheimnisse des Herzens und zukünftige Ereignisse spiegelte die göttliche Seite seiner Person wieder. 

 

 
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